Militärische Nachrichtendienste in Österreich

Allgemeine Information:

Alle Daten dieser Seite sind im Internet oder in Büchern der Allgemeinheit zugänglich und sind hier nur zusammengefasst dargestellt.

Inhalt:

Gesetzliche Grundlage durch das Militärbefugnisgesetz

Links zu den Gesetzestexten:

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Heeresnachrichtenamt (HNaA) - Auslandsnachrichtendienst

Adresse:

Bundesministerium für Landesverteidigung
Heeresnachrichtenamt

Hütteldorferstr. 126
1140 Wien

Aufgabe:

Die nachrichtendienstliche Aufklärung dient der Beschaffung, Bearbeitung, Auswertung und Darstellung von Informationen über das Ausland oder über internationale Organisationen oder sonstige zwischenstaatliche Einrichtungen betreffend militärische und damit im Zusammenhang stehende sonstige Tatsachen, Vorgänge und Vorhaben.

Leiter des Heeresnachrichtenamtes (bzw. NaGrp)

1955-1962 Kurt Benno Fechner
1962-1980 Alexander Buschek
1972 erfolgt die Umbenennung von Gruppe für Nachrichtenwesen in Heeres-Nachrichtendienst
1980-1990 Divisionär Johann Ulrich
1985 Aufspaltung des Heeres-Nachrichtendienstes in das Heeresnachrichtenamt (unter der Leitung von Ulrich) und das Heeresabwehramt (Leiter wurde Oberst Kurt Diglas)
1990-2003 Generalmajor Alfred Schätz
seit 2003 Generalmajor Mag. Fritz Weber

Gliederung:

Das Heeresnachrichtenamt gliedert sich in sieben Abteilungen

Auslandsaufklärung:

Technisch hochwertige Ausrüstung (Funkhorchstationen, Peil- und Horchnetz), die insbesondere 1991 in der Jugoslawienkrise zum Einsatz kam. Zusätzlich gibt es mobile Aufklärungseinheiten des Fernmeldeaufklärungsbataillons.

Standorte:

Fixe Funkhorchstationen:

Quellen u.a : http://www.raw.at/sub/texte/inteam/inteam6/int6_vorwaerts_zu_metternich.htm
Berichte in online Medien ...

Wer bekommt die Aufklärungsergebnisse des HNaA

Die Qualität des Heeresnachrichtenamtes

Dazu ein Zitat aus [1], Seite 26:
Später meinte dann Verteidigungsminister Georg Prader über die Qualität seines Geheimdienstes in der CSSR-Krise (Anm: im Jahr 1968): "Man kann ja über dies alles leider nicht reden, aber unser Nachrichtendienst war und ist wirklich ganz hervorragend. Das eine kann ich aber doch sagen: wir sind zehnmal besser informiert gewesen als die Amerikaner mit ihren ganzen Möglichkeiten."

Auch in der Briefbombenaffäre (1993-1997) kommt das Heeresnachrichtenamt zum Zug: 1996 erhält das Magazin "profil" einen 15 Seiten langen, verschlüsselten Bekennerbrief des damals noch unbekannten Attentäters Franz Fuchs. Der Brief ist mit Hilfe des RSA-Verfahrens verschlüsselt worden und verwendet eine 243-stellige Primzahl als RSA-Modul.
Die Polizei reicht diesen Brief an die Dechiffrierungsexperten des HNaA, die NSA und andere Institutionen weiter. Vier Tage später hatte das HNaA als erstes das Bekennerschreiben entschlüsselt.

Der nächste Erfolg des HNaA (der öffentlich bekannt wurde) folgte 1999 im Zuge der Jugoslawienkrise. Es gelang den Mitarbeitern des Heeresnachrichtenamtes eine verschlüsselte Funkmeldung der jugoslawischen Armee zu entschlüsseln: Der brisante Inhalt wurde als Hufeisenplan bekannt und hatte die ethnische Säuberung des Kosovos als Inhalt.
Der damalige Aussenminister Wolfgang Schüssel gab diesen Plan an seine Amtskollegen der EU (uA. dem deutschen Aussenminister Joschka Fischer) weiter. Die Aufdeckung des Hufeisenplans hatte dann das Eingreifen der NATO-Truppen in Jugoslawien ab März 1999 zur Folge.

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Abwehramt (AbwA) - Inlandsnachrichtendienst

Adresse:

Bundesministerium für Landesverteidigung
Abwehramt

Hetzgasse 2
1030 Wien

Aufgaben:

Im Allgemeinen:
Die nachrichtendienstliche Abwehr dient dem militärischen Eigenschutz durch die Beschaffung, Bearbeitung, Auswertung und Darstellung von Informationen über Bestrebungen und Tätigkeiten, die vorsätzliche Angriffe gegen militärische Rechtsgüter zur Beeinträchtigung der militärischen Sicherheit erwarten lassen.

Im Speziellen:

Ein weiteren Schwerpunkt in der Abwehr sind Formen des Extremismus - sowohl im linken, als auch im rechten Bereich, aber auch religiös motivierter und initiierter Extremismus.

Auf der Homepage des BMLV gibt es dazu einen recht interessanten Beitrag von Oberst dG Walter J. Unger, dem Leiter der Abteilung Elektronische Abwehr des Abwehramtes, mit dem Titel: Lauschangriffe: Gefahr für die militärische Sicherheit - Absicherungs- und Gegenmaßnahmen.

Er behandelt darin folgende Themen:

Leiter des Abwehramtamtes

1983-? Oberst Kurt Diglas
?-1996 Divisionär Walter Lackner
1996-1998 Bgdr. Gregor Keller (interimistischer Leiter)
1998-2007 Brigadier Hofrat Erich Deutsch
2007 Brigadier Dr.Phil. Wolfgang Schneider (seit 1.10.2007) [BMLV]
Stellvertretender Leiter des AbwA ist der Leiter der Führungsabteilung: Brigadier Ewald Iby.

Gliederung:

Das Abwehramt besteht aus folgenden vier Abteilungen:

Abteilung Zuständigkeit
Führungsabteilung „Stabsstelle“ des Amtes; zuständig für Führung, nachrichtendienstliche Ausbildung, Informationsanalyse und Auswertung, Verwaltung, Personelles und Fuhrpark.
Abteilung A Firmenüberprüfungen/Ausland.
Abteilung B „Klassische“ nachrichtendienstliche Abteilung.
Abteilung C Technische/elektronische Dienste.

Weiters gibt es noch vier Außenstellen (Abwehrstellen – ASt) in Graz, Salzburg, Linz und Klagenfurt. Dazu kommen Verbindungsoffiziere sowie Intelligence-Elemente bei allen Auslandsmissionen des Bundesheeres.

Letztes Update: 30.08.2008

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Lesenswerte Bücher zu diesem Thema:




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